B7 Lehrer*innenbildung revolutionieren!

Status:
unbehandelt

Das Schulsystem in Deutschland und Bayern hat sich in den vergangenen 100 Jahren kaum verändert. Schüler*innen lernen in einem selektiven System vor allem Faktenwissen und werden dabei mit Ziffernnoten beurteilt, die eine möglichst hohe Vergleichbarkeit für den Arbeitsmarkt schaffen sollen. Gleichzeitig beschweren sich Ausbilder*innen und Dozierende an Hochschulen über mangelnde Kompetenzen der Absolvent*innen in den Bereichen eigenständiges Arbeiten, schlussfolgerndes Denken und soziale Kooperation.

Für uns ist klar: Kompetenzen können nur erworben werden, wenn sie in der Schule gefördert werden. Die meisten im Leben notwendigen Fertigkeiten werden in der Schule aber nicht gelehrt. Stattdessen setzt man auf das Auswendiglernen möglichst abprüfbaren Faktenwissens. Lehrkräfte sind zwar angehalten, auch alternative Unterrichtsformen einzubauen und so auch andere Kompetenzen zu schulen, im Lehrplan festgehalten und damit verpflichtend sind aber weiterhin nur die abprüfbaren Inhalte. Darüber hinaus ist auch die Lehrer*innenbildung nicht an die Anforderungen eines zeitgemäßen Unterrichts angepasst.

Wir Jusos wollen das Schulsystem radikal umkrempeln. Wir wollen, dass alle Kinder gemeinsam in einer Schule für alle lernen. Unterricht findet individualisiert statt, sodass Schüler*innen in dem für sie geeigneten Tempo lernen können und auf ihre momentane Lebenssituation Rücksicht genommen werden kann. Unsere Schule ist eine inklusive Schule, in der das soziale Lernen einen ebenso wichtigen Platz einnimmt wie das Erlernen neuer Fachkompetenzen. “Gegenseitige Unterstützung statt Konkurrenz” ist ein zentraler Aspekt unserer solidarischen Schule. Auch Demokratie darf nicht nur lediglich Lerninhalt mancher Fächer sein, sondern muss im Schulalltag verankert und jederzeit erfahrbar sein.

Eine solche Veränderung im Schulwesen muss zwangsläufig mit einer Änderung der Lehrer*innenbildung einhergehen.

Wir Jusos Bayern fordern deshalb eine Umstrukturierung der Lehrer*innenbildung, sodass Lehrkräfte den Anforderungen eines modernen, sozialen  und fördernden Unterrichts gerecht werden können. Dazu ist ein hoher Praxisbezug sowie die Möglichkeit des lebenslangen Lernens und der lebenslangen Weiterbildung unabdingbar.

Struktur der Ausbildung

Ein großer Nachteil des aktuellen Lehramtsstudiums ist die starre Aufteilung der Ausbildung in den ersten und zweiten Ausbildungsabschnitt. Während im ersten Ausbildungsabschnitt bis auf einige (unbezahlte) Praktika lediglich theoretisch gelernt wird, umschließt der zweite Ausbildungsabschnitt die praktische Ausbildung an der Schule in Form des Referendariats

(“Vorbereitungsdienst”). Diese Trennung empfinden wir als nicht zielführend. Das im ersten Ausbildungsabschnitt erlernte Wissen kann erst zu einem viel späteren Zeitpunkt angewandt und damit wirklich verstanden und verarbeitet werden. Auch merken manche Referendar*innen erst nach dem fünfjährigen Studium, dass der Beruf des*der Lehrer*in nicht der richtige für sie ist. Wir wollen diese künstliche Trennung von Theorie und Praxis aufheben und die Lehramtsausbildung in ein duales System überführen.

Das aktuelle Lehramtsstudium weist wenig Möglichkeiten der Flexibilität auf. Bereits zu Beginn des Studiums müssen Absolvent*innen festlegen, welche Fächer sie später an welcher Schulart unterrichten wollen. Dies hat sowohl für die Studierenden selbst als auch für das Schulsystem an sich Nachteile: durch die frühe Festlegung kann nicht darauf reagiert werden, wenn sich gewisse

Interessen ändern und man zum Beispiel erst später feststellt, dass man lieber jüngere als ältere Kinder unterrichten möchte. Auch kann so nur sehr schwerfällig auf einen Lehrkräftemangel reagiert werden, da die Ausbildung neuer Lehrkräfte mehr als fünf Jahre dauert und auch Umschulungen nur schwer realisierbar sind.

Unser System der Lehrer*innenbildung sieht deshalb ein gemeinsames grundlegendes Studium im Umfang von bis zu sechs Semestern vor, in denen der Schwerpunkt auf den übergreifenden, für alle Lehrämter notwendigen Kompetenzen liegt, die nachfolgend noch näher beschrieben werden. Einzelne Wahlmodule für verschiedene Fächer sind bereits in dieser Phase des Studiums möglich,

aber nicht verpflichtend. Während des Grundstudiums unterrichten/unterstützen die Studierenden in unterschiedlichen Schulstufen, um herauszufinden, welche Stufe ihnen besonders liegt. Erst nach dieser Zeit entscheiden sich Studierende zwischen den Schulstufen (Primarstufe für die Klassen 1-4, Sekundarstufe I für die Klassen 5-10 und Sekundarstufe II für die Klassen 11-13) und je nach Schulstufe für bestimmte Fächer beziehungsweise Fachgruppen. In der zweiten Phase der Ausbildung steigt der Praxisanteil sukzessive an und findet mehr und mehr in der gewünschten Altersgruppe der Studierenden statt. Das gesamte Studium dauert für alle Schulstufen 14 Semester.

Inhalte des grundlegenden Studiums

Allgemeinbildung und politische Bildung

Das Lehramtsstudium zeichnet sich durch seine inhaltliche Vielfalt aus. Lehrkräfte sind gefordert, sich mit vielen Bereichen auszukennen und sich dabei den Fragen und Interessen der

Schüler*innen zu stellen. Zu Beginn des Studiums sieht die Lehrer*innenausbildung deshalb ein Studium generale vor, in dem Studierende eigene Schwerpunkte setzen können. Hierbei geht es sowohl um das Erwerben von Wissen als auch die passende Didaktik beziehungsweise das Aufzeigen von Möglichkeiten, wie die Themen mit Kindern besprochen werden können.

Als verpflichtend sehen wir dabei die Bereiche Politik und Zeitgeschehen an. Lehrkräfte müssen fähig sein, mit Kindern über aktuelle Nachrichten zu sprechen. Vor allem jüngeren Kindern können Nachrichten Angst machen. Hier ist ein Einordnen ohne Kleinreden wichtig. Für eine korrekte Einordnung von Ereignissen ist darüber hinaus auch ein geschichtliches Grundwissen notwendig. Ebenso wichtig ist die Kompetenz, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen umzugehen.

Es sollte für Lehrer*innen nachvollziehbar sein, wie sog. empirische Wissenschaften zu

Erkenntnissen gelangen wie etwa den menschengemachten Klimawandel, Wirksamkeit von

Medikamenten, Globusform der Erde und der Evolutionstheorie

Demokratie soll in der Schule allerdings nicht nur gelehrt, sondern auch gelernt und erlebt werden. Lehrkräfte müssen darüber hinaus also auch Fähigkeiten erlernen, demokratischen Unterricht durchzuführen. Weiter Bereiche sind zum Beispiel das Wissen über den eigenen Körper und gesunde Ernährung, Geographie oder Wirtschaft vorzusehen.

Professionelle Beziehungen in der Schule

Lehrkräfte sollen Schüler*innen nicht nur unterrichten, sie sollen ihnen in jeder Lebenslage zur Seite stehen können. Dazu ist es notwendig, dass Lehrkräfte und Schüler*innen eine vertrauensvolle Beziehung zueinander haben, die den Schüler*innen die Möglichkeit gibt, offen über Wünsche und Probleme zu sprechen. Hierbei handelt es sich von Seiten der Lehrkräfte aus um eine professionelle Beziehung. In der Ausbildung sollen Lehrkräfte deshalb lernen, wie sie professionelle Beziehungen zu Schüler*innen aufbauen und pflegen. Grundlage dafür ist ein fundiertes Wissen über entwicklungspsychologische Erkenntnisse und pädagogische

Grundkenntnisse. Gleichzeitig sollen Lehrkräfte über Grundfertigkeiten in der Gesprächsführung und im Coaching verfügen, um in Lage zu sein, die Schüler*innen anzuleiten, eigene Ziele zu erarbeiten und zu erreichen. In Lernentwicklungsgesprächen sollen sie je nach Alter der Schüler*innen mit diesen und gegebenenfalls auch gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten ihren Lernstand reflektieren und darauf aufbauend Lernziele festlegen.

Doch nicht nur die Lehrkraft-Schüler*innen-Beziehung ist notwendig, sondern auch die Beziehungen zwischen den Lehrkräften und die Arbeit in multiprofessionellen Teams (z. B.

Schulpsycholog*innen, Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen, …). Hier ist es wichtig, dass das Schulpersonal eng zusammenarbeitet. Ziel muss sein, die Lernangebote für die Schüler*innen optimal aufeinander abzustimmen und für die Schüler*innen als verlässliche und gemeinsam agierende Partner*innen wahrgenommen zu werden. Kollegiale Fallberatung soll bereits im Studium erprobt werden.

Unterrichtsformen & individuelles Lernen

Insgesamt sollen Schüler*innen Wahlmöglichkeiten haben, in welcher Form sie sich einen Lerninhalt aneignen möchten. Dafür müssen Lehrkräfte im Studium ein Repertoire an unterschiedlichen Unterrichtsformen erlernen. Sie sollen die Unterrichtsformen in der Ausbildung nicht nur theoretisch in Vorlesungen kennenlernen, sondern diese selbst erfahren, um verstehen zu können, wie das Lernen dabei abläuft.

Derzeit dominiert in den meisten Schulen der Frontalunterricht die Unterrichtszeit. Hierbei steht die Lehrkraft im Mittelpunkt und entscheidet darüber, in welchem Maße sich Schüler*innen in den Unterricht einbringen können. Frontalunterricht bzw. ein Lehrer*innenvortrag kann in Maßen eingesetzt durchaus zielführend sein, wenn Schüler*innen bestimmte Sachinhalte erklärt oder Fakten vermittelt werden sollen.  Hier sollten Formen des selbstentdeckenden Lernens mit Hilfe von angemessenen Arbeitsmaterialien zum Beispiel in Lernwerkstätten oder an außerschulischen Lernorten und des kooperativen Lernens den Unterricht prägen. Hierzu zählen zum Beispiel das

“Lernen durch Lehren” und alle Arten von Gruppen- oder Partner*innenarbeit. Insbesondere sind

Unterrichtsformen wie Planspiele und Debatten, in denen zusätzlich demokratische

Verhaltensweisen gefördert werden, zu nutzen. Für eine Vernetzung der Lehrinhalte und einen höheren Lebensweltbezug ist es stets anzustreben, Lerninhalte fächerübergreifend anzubieten. Um neben den teilweise sehr freien Unterrichtsformen die Klassengemeinschaft und das Zusammensein nicht außer Acht zu lassen, eignen sich (ritualisierte) Klassengespräche.

Schüler*innen in besonderen Lebenslagen/Inklusion

Die Schule, wie wir sie uns vorstellen, ist eine inklusive Schule, an der jede*r teilhaben kann. Wir wollen, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam und voneinander lernen. Niemand darf aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden oder daran durch bürokratische oder finanzielle Hürden gehindert werden.

Es ist notwendig, dass Lehrkräfte auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen vorbereitet werden.

So fordern wir, dass aller Lehrer*innen im Grundstudium über mögliche Besonderheiten von Schüler*innen informiert werden und etwas über unterschiedliche Behinderungen lernen. Wichtig ist hierbei, dass nicht der Defizitgedanke im Vordergrund steht, also “was können die Schüler*innen alles nicht”, sondern der positive Weg, also “was können die Schüler*innen auf welche Art und Weise lernen”. Zum notwendigen Wissen zählen Fördermöglichkeiten und die Nutzung der verschiedenen Unterrichtsmethoden, die oben schon angesprochen wurden.

Wichtig ist, klar mit allen Schüler*innen die Heterogenität der Gemeinschaft zu thematisieren. Im Sinne der Bewusstseinsbildung sollen Lehrkräfte dafür geschult werden, die Kinder und Jugendlichen für die Vielfalt zu sensibilisieren.

Darüber hinaus ist eine Sensibilität für besondere Lebenslagen und psychische Erkrankungen zu schaffen. Lehrkräfte sollen in ihrer Ausbildung Grundwissen über psychische Erkrankungen erlernen und darauf vorbereitet werden, wie mit den einzelnen Störungsbildern in der Schule umgegangen werden kann und wie die Schüler*innen bestmöglich unterstützt werden.

Medien

Der Unterrichtsraum muss ein Raum sein, in dem die Kinder und Jugendlichen Anschluss finden und in dem sie aus ihrer Lebenswelt abgeholt werden. Heutzutage wachsen Kinder und

Jugendlichen selbstverständlich mit Smartphones und dem Internet auf. Sie werden gern Digital

Natives genannt, doch ist das reine Benutzen von Apps und Programmen, sowie das Kommentieren und Liken auf sozialen Netzwerken noch keine Voraussetzung dafür, dass die zukünftigen Generationen auch selbstbestimmte und kritische (Online-)Bürger*innen werden.

Dafür bedarf es eine kritische Begleitung in der Schule: Erst wenn Schüler*innen gezielt selbstständig (Online-)Recherchen für bspw. ein Schulprojekt etc. durchführen können und den Wahrheitsgehalt der Ergebnisse abschätzen können, werden sie zu mündigen und kritischen

Digital Natives. Aber auch den Umgang mit den Schattenseiten der anziehenden Onlinewelt – Cybermobbing, Fishing, Viren, Trojaner & Co. sowie Betrügereien wie Identitätsklau, Ausspähungen etc. – erlernt man nicht automatisch.

Dafür müssen angehende Lehrer*innen fit gemacht werden. Die verschiedenen

Einsatzmöglichkeiten von (Online-)Medien, sowie Vor- und Nachteile müssen vermittelt werden.

Darüber hinaus müssen die Studierenden auch in Puncto Medienkompetenz und die Gefahren der Onlinewelt sensibilisiert werden, um ihre späteren Schüler*innen das Handwerkszeug geben zu können, präventiv durch Sicherheitseinstellungen, Programmen (Firewalls, Vpn,) aber auch dem eigenen Verhalten (Meiden von unseriösen Seiten bzw. Mails, Welche Bilder/ Infos sollten privat bleiben?… ) gar nicht erst die Schattenseiten der Onlinewelt zu erleben.

Auch ein technisches Grundverständnis für PC, Tablet, Smartphone und Co. ist unabdingbar, um

Schüler*innen einen angemessenen Umgang mit der Technik näherzubringen. Die Teilnahme an sozialen Netzwerken oder das Bedienen von einzelnen Programmen ist noch keine digitale Kompetenz.

Stressmanagement für Lehrer*innen

Mehr als in anderen Berufsgruppen werden bei Lehrkräften psychische und psychosomatische Erkrankungen, ebenso wie Erschöpfung, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Angespanntheit diagnostiziert.  Lehrkräfte sind vielen Belastungsfaktoren ausgesetzt. Sie haben vielfältige Rollen: Moderator*in, Motivator*in, Coach*in, Erzieher*in,… Lehrkräfte sind selbst Teammitglieder und müssen sich gegenüber übergeordneten Stellen verantworten.

Es ist wichtig, sich der Tatsache bewusst zu sein, dass der Beruf der Lehrkraft stressig sein kann. Deshalb müssen bereits im Studium Formen der Stressbewältigung und des Stressmanagements erlernt werden, damit später weniger Lehrer*innen an psychischen und psychosomatischen Erkrankungen leiden.

So sollten Lehramtsstudierende sich mit verschiedenen Stressmodellen auseinandersetzen, welche in den meisten Fällen auch Stressbewältigungsmöglichkeiten mit aufzeigen. Einer der wichtigsten Punkte bei der Stressbewältigung ist der Punkt “Ressourcennutzung”. Studierende sollten sich bereits im Studium ihrer Ressourcen bewusst sein und diese im Studium und im Berufsleben sinnvoll zu nutzen wissen. Auch erfolgreiches Zeitmanagement soll im Studium erlernt werden.

Ein weiterer Baustein im Bereich des Stressmanagements ist das Setzen von realistischen Zielen. Lehrkräfte sollten also nicht nur fähig sein, mit Schüler*innen Ziele zu erarbeiten, sondern auch für sich selbst realistische Ziele und Meilensteine für die Zielerreichung setzen können.

Verzahnung von Theorie und Praxis

Im dualen System der Lehrer*innenbildung ist eine Verzahnung von Theorie und Praxis und eine

Abstimmung der wechselnden Phasen unumgänglich. Zudem entstehen daraus für Schule und Studierende positive Effekte: angehende Lehrkräfte können ihr theoretisch erworbenes Wissen zeitnah umsetzen und die Schule profitiert regelmäßig von den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die die Studierenden in die Schule tragen.

Lehrkräfte, die Studierende in der Schule betreuen, haben besondere Anforderungen zu erfüllen und müssen sich regelmäßig dahingehend weiterbilden, dass sie die Studierenden in angemessener Art und Weise einbinden und fördern können. Darüber hinaus muss ihnen ein ausreichendes Stundendeputat für die Betreuung zur Verfügung gestellt werden, damit die Betreuung Studierender nicht wie im aktuellen System als Zusatzarbeit verrichtet werden muss, sondern einen angemessenen Stellenwert erhält.

Auch für die Studierenden soll in den Praxisphasen ausreichend Zeit für kollegiale Fallberatung und Supervision eingeplant werden.

Die Praxisphasen im dualen Studium sind von Anfang an zu vergüten.

Die Lehrer*innenausbildung ist nach Beendigung des Studiums zwar formal abgeschlossen,

Lehrkräfte sollen sich aber auch danach noch regelmäßig weiterbilden. Hierbei können Schwerpunkte individuell gesetzt werden. Pro Jahr sollen mindestens fünf Fortbildungstage absolviert werden. Die Finanzierung sowie das zur Verfügung stellen eines angemessenen Angebots ist Aufgabe des Kultusministeriums.

Lehrer*innenbildung im mehrgliedrigen Schulsystem

Wir Jusos sind überzeugt, dass die Gemeinschaftsschule die Schule ist, in der

Bildungsungerechtigkeiten am ehesten ausgeglichen werden können. Wir sind uns dennoch bewusst, dass das aktuelle Schulsystem ein anderes ist – wenn auch ein überholtes. Unseren Entwurf der Lehrer*innenbildung sehen wir auch im bestehenden Schulsystem als möglich an. Die Bedürfnisse von Kindern am Gymnasium, der Realschule und der Mittelschule unterscheiden sich in der Sekundarstufe 1 nicht grundlegend. Eine Trennung der Lehrkräfte, die in dieser Altersstufe unterrichten wollen, halten wir für künstlich und nicht zielführend.

Änderungsanträge
Status Kürzel Zeile AntragstellerInnen Text PDF
unbehandelt ÄB7-3 73 Jusos Oberbayern

als eigenen Absatz nach Z. 73 einfügen:

Darüber hinaus soll die Ausbildung von Lehrkräften diskriminierungskritisch konzipiert werden: Angehende Lehrer*innen sollen befähigt werden, einerseits die Prävention von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu fördern, andererseits aber auch das Handwerkszeug bekommen, um auf diskriminierende Situtationen in der Schule angemessen reagieren zu können. Dazu gehören nicht nur Konzepte, die z.B. den Unterricht oder die Schüler*innen betreffen, sondern auch sie selbst als Lehrpersonen. Sie sollen lernen, sich und ihr Verhalten aus intersektionaler, diskriminierungskritischer Sicht zu reflektieren und wie sie selbst diskriminierendes Verhalten vermeiden sowie als Vorbild für ihre Schüler*innen fungieren können. Auch sollen regelmäßige Fortbildungen im Berufsleben in diesem Bereich Standard werden.

unbehandelt ÄB7-1 89 Jusos Oberbayern Ergänze nach Z. 89: Darüber hinaus soll die Ausbildung von Lehrkräften diskriminierungskritisch konzipiert werden: Angehende Lehrer*innen sollen befähigt werden, einerseits die Prävention von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu fördern, andererseits aber auch das Handwerkszeug bekommen, um auf diskriminierende Situtationen in der Schule angemessen reagieren zu können. Dazu gehören nicht nur Konzepte, die z.B. den Unterricht oder die Schüler*innen betreffen, sondern auch sie selbst als Lehrpersonen. Sie sollen lernen, sich und ihr Verhalten aus intersektionalen, diskriminierungssensibler Sicht zu reflektieren, wie sie selbst diskriminierendes Verhalten vermeiden und als Vorbild für ihre Schüler*innen fungieren können. Auch sollen regelmäßige Fortbildungen im Berufsleben in diesem Bereich Standard werden.