B-4 Sexualkundeunterricht zeitgemäß, modern gestalten

Antragsteller*innen: Jusos Niederbayern

Adressat*innen: Juso-Landeskonferenz

Sexualkundeunterricht zeitgemäß, modern gestalten

Ein moderner Sexualunterricht sollte nicht nur dafür da sein, dass vor Gesundheitsrisiken gewarnt wird, Verhütungsmethoden vorgestellt werden und die biologischen Grundlagen der Fortpflanzung näher gebracht werden. Ein zeitgemäßer Sexualkundeunterricht sollte auch für den Umgang der Geschlechter miteinander sensibilisieren.

Dazu gehören mehrere Dinge. Zum einen sollte die soziale Dimension der Geschlechterdefinitionen näher gebracht werden. Außerdem müssen die sich wandelnden Geschlechterrollen behandelt werden. Weiterhin sind auch andere Geschlechter als nur Frau und Mann einzubeziehen. Schon früh sollten junge Menschen mit allen Geschlechteridentitäten in Kontakt kommen, um einen respektvollen und toleranten Umgang zu erlernen. Dabei soll die jeweilige Entwicklungsstufe der jungen Menschen berücksichtigt werden. Dies wäre eine nachhaltige Strategie, um Diskriminierung und Ressentiments gegen queere Menschen vorzubeugen.

Des Weiteren muss, gerade im Hinblick auf die derzeitige “#metoo-Debatte“, im Umgang der Geschlechter miteinander eine tiefergehende Sensibilisierung entstehen. Die bestmögliche Prävention gegen sexuelle Übergriffe und einem latenten alltäglichen Sexismus ist und bleibt das Bewusstmachen dieser Problematik. Die Vermittlung von Toleranz und Respekt im alltäglichen Miteinander, vor allem in Bezug auf Interaktionen zwischen den Geschlechtern, muss die Basis eines an die moderne Gesellschaft angepassten Sexualkundeunterrichts sein. Dass die Awareness beim Thema Alltagssexismus über die schulische Bildung Teil einer gesellschaftlichen Identität wird, sehen wir als geeignetes und sogar nötiges Mittel an und glauben, dadurch einen ersten Schritt zum schlussendlichen Verschwinden von Alltagssexismus und sexueller Belästigung erreichen zu können.

Deswegen fordern wir:

Die SPD soll sich dafür einsetzen, dass alle Geschlechter Teil des Sexualkundeunterrichts werden nicht nur im Sinne von Toleranz, sondern auch im Sinne von Akzeptanz.
Geschlechterrollen sind gesellschaftlich konstruierte Rollen. Wir fordern, dass der Umfang des Sexualkundeunterrichts über das binäre, heteronormative Geschlechtersystem hinaus geht.

Die Jusos fordern im Rahmen des Sexualkundeunterrichts eine frühe Sensibilisierung bei jungen Menschen für Alltagssexismus und den Umgang der Geschlechter miteinander.
Lehrer:innen, die das Fach Sexualkunde lehren, müssen zu diesem Thema Weiterbildungen absolvieren, die auch eine Awareness zum Thema bei ihnen sicherstellt.

Wir fordern, dass dem Sexualkundeunterricht an allen Schulen ein höheres Zeitkontingent zur Verfügung gestellt wird.

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Änderungsanträge

  • B-4-31

    Antragsteller*innen: Jusos Oberfranken

    Betrifft die Antragszeile 31

    Z. 31, ergänze:

    Wir fordern, dass die Sexualpädagogik der Vielfalt konsequent an Schulen umgesetzt wird.

  • B-4-32

    Antragsteller*innen: Jusos Oberfranken

    Betrifft die Antragszeile 32

    Ergänze in Z. 32: Auch der Lehrplan muss umgesetzt werden, bedeutet das regelmäßig Aufklärungsunterricht vollzogen wird.

  • B-4-5

    Antragsteller*innen: Schwaben

    Betrifft die Antragszeile 5

    Streiche Zeile 5-19 und ersetze durch „Dieses Umstrukturierung hat mehre  Ziele:

    Erstens soll durch Präventionsmaßnahmen die Diskriminierung queeren Menschen verhindert werden. Deshalb sollen Jugendliche, im Rahmen des Sexualkundeunterrichts, schon früh in Kontakt mit Menschen unterschiedlicher Geschlechter kommen, um einen respektvollen und toleranten Umgang miteinander zu erlernen. Dieser sorgt dafür, dass weniger queere Menschen diskriminiert werden, da viele Vorurteile abgebaut wurden.

    Zweitens soll jungen Menschen durch das Aufzeigen der Auswirkungen von Geschlechterklischees ein Gefühl für die Problematik der Mann/Frau Sterotypen vermittelt werden. Auf Grundlage dieses Verständnisses kann dann an der Abschaffung von sexistischen Gedankengut gearbeitet werden. Hierbei sollen auch Alltagssexismus und sexuelle Übergriffe thematisiert werden, da diese ebenfalls eng mit ebenjenem Gedankengut verknüpft sind. Ebenso wie im ersten Punkt muss auch  hier die Akzeptanz  und Respekt im alltäglichen Miteinander gelehrt werden, um den Grundstein für eine tolerante Gesellschaft zu legen.

    Drittens, soll durch die Möglichkeit eines*r Arwarenesslehrer*in den Schüler*innen vermittelt werden, dass sie bei sexuellen Belästigungen, egal ob in der Schule oder im privaten Bereich, jederzeit eine Ansprechperson haben, die ihnen hilft und sie ernst nimmt. Diese Sicherheit der Opfer, dass sie bei sexueller Belästigung nicht alleine dasteht wirkt sich gegen Victime Shaming und die z.T niedrige Hemmschwelle der Täter*innen aus, was eine respektvollere Gesellschaft fördert.“

  • B-4-3

    Antragsteller*innen: Jusos Schwaben

    Betrifft die Antragszeile 3

    Streiche Zeile 3-4 ab „Ein zeitgemäßer“ und ersetze durch „Er sollte ebenfalls über die Auswirkungen von Geschlechter Stereotypen auf die Entwicklung junger Menschen informieren und aufzeigen, dass es nicht nur Mann und Frau sondern auch noch andere Geschlechter gibt.

  • B-4-21

    Antragsteller*innen: Jusos Schwaben

    Betrifft die Antragszeile 21

    Streiche Zeile 21-28 und ersetze durch „Der Sexualkundeunterricht soll dahingehend erweitert werden, dass die Schüler*innen nicht nur mit den zwei klassischen Geschlechter sondern mit sämtlichen Geschlechtern beschäftigen. Hierbei soll von den Lehrkräften vor allem Wert auf einen respektvollen Umgang miteinander, gelegt werden. Besuche und Erfahrungsberichte von Menschen, die nicht männlich oder  weiblich sind, wären hierbei überaus wünschenswert.

    Jugendlichen soll die Problematiken von eng definierten Geschlechterollen aufgezeigt werden. Ebenfalls müssen Sexismus und sexuelle Übergriffe Inhalte des Lehrplans darstellen. Daraus sollte dann, die Sensibilisierung gegenüber diesen Themen resultieren.

    Lehrer*innen, die das Fach Sexualkunde lehren, sollen sich einer Fortbildung unterziehen müssen, die die oben genannten Themen behandelt und sie im Umgang mit „Awareness“ Arbeit schult.\“

  • B-4-29

    Antragsteller*innen: Jusos Schwaben

    Betrifft die Antragszeile 29

    Füge in Zeile 29 nach fordern „deshalb“ ein

  • B-4-26

    Antragsteller*innen: Jusos Mittelfranken

    Betrifft die Antragszeile 26

    Füge am Ende von Zeile 26 den Satz hinzu: “Um das verbindlich zu machen, muss der bestehende Lehrplan in seiner Formulierung deutlich konkretisiert werden.“